Orientalisch angehauchter, lauwarmer Karottensalat

Kennt ihr das? Ihr habt ein Rezept für das ihr 2 Möhren braucht – die Packung aus dem Supermarkt umfasst jedoch in der Regel ein ganzes Kilo. Was machen wir nun also mit dem Rest? Im Kühlschrank liegen lassen bis sich das „Problem“ von selbst löst, ist wohl kaum eine Option 😉

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich kenne nicht so viele Rezepte aus meiner Kindheit, in der die Karotte eine Hauptrolle spielt. Ich bin auch kein Freund der „klassischen“ Zusammenstellung der Mahlzeit aus 1/4 Fleisch (mal abgesehen davon, dass ich gar kein Fleisch esse), 1/4 Gemüse und 1/2 Sättigungsbeilage, geschweige denn ein Suppenkasper. Also, mal überlegen…

Wenn es so warm ist, habe ich großen Appetit auf orientalische Gewürze. Vielleicht könnte das ja die Lösung sein? Kreuzkümmel und Koriandersamen machen das Essen bekömmlicher, ein Hauch von Chili regt das Verdauungsfeuer an. Eine leichte Süße macht für mich ein orientalisch angehauchtes Essen erst richtig rund im Geschmack und zu Karotten mag ich besonders gerne Honig oder Rosinen. Moment mal, Honig ODER Rosinen? Ach was, wir nehmen einfach beides.

Karottensalat_Karotten auf Blech

Spätestens jetzt läuft mein Kopfkino auf Hochtouren: In Honig und Olivenöl geröstete Karotten, abgeschmeckt mit unbehandeltem grobem Meersalz aus der Provence. So ist das Salz geschmacklich nicht perfekt gleichmäßig auf jedem Bissen verteilt, sondern verleiht jedem Einzelnen einen kleinen Überraschungsmoment bei der ersten Berührung auf der Zunge. Sobald man anfängt zu kauen, breitet sich sofort die Süße der Karotte und des Honigs aus und verbindet sich mit dem Olivenöl und dem Salz zu einem harmonischen Geschmackserlebnis.

Übrigens: Dass Karotten gesund sind, weiß jeder. Aber warum eigentlich? Sie enthalten viel Kalium (reguliert den Blutdruck und ist wichtig für unsere Muskeln), Vitamin K (Blutgerinnung) und C (Antioxidant, das vielen Krankheiten vorbeugt) und natürlich Beta-Carotin, das unsere Augen und unsere Haut schützt1. Was dieses (auch von mir lange) unterschätzte Superfood noch so alles kann, könnt ihr hier nachlesen.

Karottensalat_Karotten auf Teller

Zurück zum Wesentlichen: Wir waren bei Geschmacksexplosionen stehen geblieben. Für einen Salat brauchen wir natürlich noch etwas mehr als nur gebackene Karotten. Widmen wir uns nun als nächstes dem Dressing zu. Unserem Gericht fehlt noch etwas Cremiges auf der einen und etwas Bitteres auf der anderen Seite. Wie wäre es also mit einem Sesam-Dressing? Die Kombination aus Tahini, Zitronensaft und Olivenöl wird unsere Karotten genau diese geschmacklichen Komponenten liefern. Tahini ist eine Sesampaste, die ausschließlich aus püriertem Sesam besteht. Ihr könnt sie in gut sortierten Supermärkten, im Drogeriemarkt mit Bio-Abteilung, im Biomarkt und natürlich im türkischen Lebensmittelmarkt kaufen.

Jetzt kommen unsere Rosinen ins Spiel: Geben wir ihnen die Möglichkeit, ein wenig in der Sauce einzuweichen, so plustern sich diese wieder ein wenig auf und bekommen schon fast eine knackige Konsistenz. Ein schöner Kontrast wie ich finde, vor allem da die Möhren durch das Backen sehr weich geworden sind.

Als nächstes gebe ich ein paar Kräuter und Samen hinzu. Dieses Mal habe ich eine Kombination aus Minze und Koriandergrün gewählt. Beides hat eine kühlende Wirkung auf den Körper, so dass uns nach dem Essen nicht noch wärmer ist. Als Samen habe ich mich für schwarzen Sesam und Kürbiskerne entschieden.

Das ist schon eine sehr tolle Kombination – aber irgendwas fehl noch… Kurz nachdenken… Genau: Feta (und ich meine den echten aus Ziegen- und Schafsmilch, nicht Hirten- oder Balkankäse). Die leicht säuerliche Note des Käses setzt den Punkt genau an der richtigen Stelle. An Tagen, an denen ich mich nicht nach Feta fühle, hätte ich vermutlich Avocado und ein butterweich gekochtes Ei statt dessen genommen.

Karottensalat_drapiert2

Nun kann man je nach Gusto noch Couscous dazu reichen, Kichererbsen oder Linsen hinzu geben oder etwas Fladenbrot dazu essen. Ich selbst würde an den meisten Tagen Kichererbsen oder Linsen wählen, um so noch etwas mehr Protein und Kohlenhydrate zu ergänzen. Am besten schmeckt der Salat lauwarm, er lässt sich aber auch ohne Probleme kalt genießen. Bon Appetit!

1Quelle: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/karotten.html


Lauwarmer, orientalisch angehauchter Karottensalat

  • Portionen: 2-3
  • Schwierigkeit: einfach
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Ein geschmacksintensiver, vegetarischer Salat für warme Sommertage

Zutaten

    Basis
  • 0,8 kg Möhren
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 TL Honig
  • 1 TL grobes Meersalz
  • 1 TL Rosinen
  • 1 Bund Koriandergrün
  • 3 Stiele Minze
  • 100g Feta (Alternativ: 1/2 Avocado + 1 Ei)
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel (Kumin)
  • 1/2 TL gemahlener Koriandersamen
  • 1 Prise Zimt
  • 1 TL Kürbiskerne
  • 1 TL schwarze Sesamsamen (Alternativ: weißer Sesam)
  • Sesam-Zitronen-Dressing
  • 1 EL Tahini (Sesampaste)
  • 1 Zitrone
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz und Pfeffer zum abschmecken

Anweisungen

  1. Schneide die Karotten längs in 2 Hälften, dann jede Hälfte noch einmal längs
  2. Gebe Karotten mit Honig, Olivenöl und Salz auf ein Backblech und mische alles gut
  3. Backe Karotten für ca. 25 Minuten bei 180°C Umluft oder 200°C Ober-/Unterhitze
  4. Mische alle Zutaten für das Dressing. Wenn zu dickflüssig, gebe noch etwas Wasser hinzu
  5. Zupfe die Koriander- und Minzblätter vom Stiel ab und hacke diese grob
  6. Krümel den Feta mit der Hand kleiner und gebe ihn zusammen mit Rosinen,den Kräutern und den Gewürzen zu dem Dressing
  7. Karotten aus dem Ofen holen, sobald sie weich geworden sind. Etwas abkühlen lassen, bis sie lauwarm sind
  8. Möhren zu Dressing geben, umheben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Kürbiskerne und Sesamsamen zur Dekoration darüber geben

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