Oh du mein Zimtschneckchen (-Brötchen?)

Was eine Zimtschnecke zu einem Zimtschneckenbrötchen macht und wie du dieses herrliche FODMAP arme und gut verträgliche Herbstgebäck zubereitest, verrate ich dir hier.

Wie stehst du zu Zimtschnecken? Ich kenne um ehrlich zu sein niemanden, der diese kleine Schweinerei nicht mag. Wobei man ja in kleine und mittelgroße Schweinerei unterscheiden sollte: Schwedische Zimtschnecken, Kanelbullar, dänische Kanelsnegl, österreichische Zuckerschnecken und nicht zu vergessen die amerikanische Cinnamon Roll. An letzterer habe ich mich im letzten Jahr mal versucht und meine Freunde mit dem Ergebnis begeistern dürfen. Wobei ich nicht sagen kann, ob die Begeisterung durch das außergewöhnlich gut gelungene Gebäck oder durch den Kontrast zu meiner sonst ja eher Zucker- und Mehl reduzierten Bäckerskunst hervorgerufen wurde. Ihr ahnt vermutlich bereits, was nun kommt: Die nächste Challenge, in der ich mir eine gesündere Variante schaffen möchte. Dieses Mal werde ich jedoch nicht ganz so weit ausholen und zumindest beim Hefeteig bleiben.

Es wäre ja doch recht witzlos, würde ich normales Weißmehl verwenden, da ich versuche diese Mehlsorte weitgehend zu vermeiden. Auch wenn ich keine Unverträglichkeit habe, verursacht sie bei mir doch Müdigkeit, Unwohlsein und einen schnellen Blutzucker-Crash. Also setze ich dieses Mal Emmervollkornmehl ein. Hierbei handelt es sich zwar auch um eine Weizenart, doch aus der Reihe der Urgetreide stammend ist diese Sorte weniger stark kultiviert bzw. überzüchtet. Studien belegen dem Urgetreide außerdem eine gesundheitsfördernde Wirkung auf das Herz. Gluten ist in Emmermehl wohl noch enthalten, jedoch in kleineren Mengen und dadurch auch für Menschen mit einer Glutensensitivität eher verträglich. Am Rande erwähnt, ist es FODMAP-arm, nur für den Fall, dass dieses Kriterium für dich relevant ist.

Das Emmervollkornmehl bringt jedoch einen entscheidenden „Nachteil“ mit sich: Das Gebäck bekommt eine knusprige Brötchen-Kruste und ist somit weniger ein Feingebäck. Aber darin kann man natürlich auch einen entscheidenden Vorteil sehen: So zeige ich euch heute also mein Rezept für köstliche und gesunde Zimtschnecken-Brötchen.

Wisst ihr, was ganz hervorragend zu Zimt schmeckt? Wie meinst, du, Äpfel? Ja gut, die auch, aber ich meinte eigentlich Walnüsse. Überleg mal, fein zu einem Mus gemahlene Walnüsse, gesüßt mit der vollen Kraft der Dattel, umhüllt von einer zarten Zimtnote. Klingt das gut? Dann lass uns mal loslegen.

Für unsere Cremefüllung entkernen wir als erstes 150g Datteln und weichen sie in einer halben Tasse Pflanzendrink ein.

Nun setzen wir die Hefe an. Dazu geben wir einen halben Würfel frische Hefe in 200ml lauwarmen Pflanzendrink und fügen noch zwei Teelöffel Ahornsirup hinzu. Ich bin sehr bemüht, mich beim Backen so viel wie möglich der Süße ganzer Früchte zu bedienen. Manchmal und insbesondere bei der Arbeit mit Hefe ist die Dattel leider nicht besonders hilfreich. Hefe mag einfachen und leicht zugänglichen Zucker. Der Ahornsirup unterstreicht mit seiner kantigen, fast herben Süße ganz wundervoll den geplanten Zimtcharakter unserer Schneckchen. Die Mischung lassen wir kurz 5 Minuten stehen und wiegen in der Zwischenzeit schon mal 700g Emmervollkornmehl ab.

Wir geben nun zwei Eier, zwei Esslöffel geschmolzenes Kokosöl und einen Teelöffel Salz mit der Hefe-Mischung zu unserem Mehl und kneten den Teig mindestens fünf Minuten gut durch. Ich bin früher immer sehr ungeduldig gewesen und habe Hefeteig nicht die Zeit gegeben, die er eigentlich braucht. Das Ergebnis war weder besonders leicht noch fluffig. Damit dir das nicht passiert, hier mein Tipp: Hefeteig will sehr gut durchgeknetet werden, dabei darf es dem Teig ruhig warm werden. Außerdem wird das Mehl bekömmlicher, je länger die Hefe gären darf.

Ist unser Teig nun schön geschmeidig, stellen wir ihn für mindestens eine Stunde an einen warmen Ort. Ich habe den Vorteil, dass mein Backofen eine Gärfunktion hat, bei der eine konstante Temperatur von 40 Grad Celsius gehalten wird. Gibt man noch etwas Wasser in die dafür vorgesehene Halterung, so schafft der Backofen ein für die Entfaltung des Hefeteigs perfektes Klima. Aber natürlich habe ich auch schon Pre-Superbackofen Hefeteig zubereitet und dabei die ein oder andere „Wachstumsstrategie“ getestet. Hast du ein kleines Badezimmer, kannst du nach einer heißen Dusche die Schüssel mit einem heißen nassen Handtuch abdecken und in die Duschwanne stellen. Super hat es immer in Wohnungen mit Fußbodenheizung funktioniert, dann einfach abgedeckt auf den Boden stellen. Du kannst auch den Backofen auf 50 Grad heizen, ausschalten und nach 10 Minuten, wenn die Temperatur auf 40 Grad gefallen ist, deine Schüssel mit dem Teig hinein stellen. Einen letzten Tipp habe ich noch für dich: Fülle einen großen Kochtopf mit warmem Wasser und setze die Teigschüssel quasi ins Wasserbad. Auch hier solltest du darauf achten, die 40 Grad nicht zu übersteigen, da die Hefe ansonsten leider kaputt geht und der Teig nicht mehr aufgehen kann.

In der Zwischenzeit widmen wir uns der Zimtcreme: Wir pürieren 200g Walnusskerne in einer Küchenmaschine zu einem samtigen Mus. Das dauert eine Weile und es ist ganz normal, wenn sich die Walnüsse am Rand des Behälters absetzen. Dann nimmst du einfach einen Löffel und kratzt die Nüsse wieder runter. Es ist für die gewünschte Endkonsistenz jedoch unerlässlich zuerst das Mus ganz fein zu mahlen, bevor die anderen Zutaten hinein kommen. Wenn dir das zu aufwändig ist, kannst du in den meisten Unverpackt-Läden deine Nüsse direkt nach dem Kauf zu Mus pürieren lassen. Solche Nussmus-Maschinen findest du inzwischen aber auch in vielen Bio-Läden.

Sobald das Mus schön glatt ist, kannst du die Datteln mit dem Einweich-Pflanzendrink und zwei Esslöffel Zimt hinzu geben und so lange mitpürieren, bis keine Stückchen mehr übrig sind.

Hebe nun von der Creme vier Esslöffel ab und rühre sie in eine Packung veganen Frischkäse. Gebe noch etwas Ahornsirup dazu, wenn du die Schneckchen lieber etwas süßer magst. Das gilt übrigens für alle meine Rezepte: Ich bevorzuge bei meinem Gebäck eine dezente Süße. Fühle dich also frei, nach Belieben nachzujustieren. Bei Teig gilt, wenn er roh genau die richtige Süße hat, solltest du noch etwas mehr Ahronsirup, Honig oder Datteln hinzu geben, da ein Teil der Süße mit dem Backen verfliegt.

Inzwischen sollte unser Hefeteig die doppelte Größe angenommen haben. Zeit ihn noch einmal durch die Mangel zu nehmen. Mit bemehlten Händen kneten wir ihn noch einmal ordentlich durch, geben nach Bedarf noch etwas mehr Mehl hinzu. Lassen wir ihn noch ein paar Minuten ruhen. Na gut, eine Stunde sollte es schon sein aber dann ist er soweit und kann weiter verarbeitet werden. Dazu legen wir ihn auf eine Dauerbackmatte und rollen ihn auf ca. 1 cm Dicke aus.

Nun verteilen wir die Dattel-Walnuss-Creme (die ohne den Frischkäse) darauf. Ist sie zu fest kannst du sie einfach mit mehr Pflanzendrink streichzart rühren bevor du sie gleichmäßig auf dem Teig verteilst. Und endlich geht es ans Aufrollen: Über die längere Seite der Dauerbackmatte formen wir nun ganz vorsichtig eine längliche Rolle.

Nur noch etwa 3 cm dicke Schneckchen abteilen und in eine gefettete Backform setzen. Heize den Backofen vor, die Schnecken dürfen in der Zwischenzeit ruhig nochmal 5-10 Minuten ruhen. Jetzt aber ab damit für ca. 30 Minuten bei 180 Grad Celsius Umluft in den vorgeheizten Backofen.

Sobald sie außen eine schöne, goldbraune Farbe angenommen haben, sind sie fertig. Hole deine Zimtschneckenbrötchen aus dem Ofen und lasse sie in der Form etwa 10 Minuten abkühlen. Verstreiche die Frischkäse-Zimtcreme gleichmäßig auf dem noch lauwarmen Gebäck.

Et voilà, Zimtschneckenbrötchen sind fertig.

Ein paar Tage halten Sie sich im Kühlschrank frisch. Du kannst sie aber ohne Probleme einfrieren. Kurz in der Mikrowelle angewärmt sind sie ein Genuss als Frühstück oder Snack. Warm schmecken sie am allerbesten.

Bon Appetit!

Zimtschneckenbrötchen

  • Portionen: 16
  • Schwierigkeit: mittel
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Zutaten

    Teig
  • 700g Emmervollkornmehl (plus 100g etwa zum Ausrollen)
  • 20g frische Hefe (1/2 Würfel)
  • 200 ml Pflanzendrink (z.B. Hafer)
  • 2 EL Ahornsirup
  • 2 Eier
  • 2 EL Kokosöl, geschmolzen
  • 1 TL Salz
  • Zimtcreme

  • 200g Walnusskerne
  • 2 EL Zimt
  • 1/2 Cup Pflanzendrink (z.B. Hafer)
  • 150g Datteln, eingeweicht
  • Eine Prise Salz
  • Frosting

  • 4 EL der Zimtcreme
  • Optional: Ahornsirup

Anweisungen

  1. Löse Hefe in lauwarmem Pflanzendrink mit Ahornsirup auf und lasse die Mischung kurz stehen
  2. Knete alle Zutaten für den Teig mind. 5 Minuten gut durch. Lasse den Teig an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen
  3. Püriere die Walnusskerne zu einem feinen Mus, gebe die restlichen Zutaten für die Zimtcreme hinzu und püriere so lange bis du eine stückchenfreie Masse erhälst
  4. Hebe 4 EL ab und mische diese mit dem veganen Frischkäse. Süße optional noch etwas mit Ahornsirup nach.
  5. Knete den Teig noch einmal gut durch und lasse ihn weitere 30 Minuten ruhen
  6. Rolle den Teig auf einer Dauerbackmatte aus, gebe die Zimtcreme darauf und rolle über die lange Seite den Teig auf.
  7. Schneide ca. 3 cm dicke Scheiben ab und lege sie mit der Schnittkante nach oben in eine gefettete und ofenfeste Backform
  8. Heize den Backofen auf 180 Grad Celsius vor und backe die Zimtschneckenbrötchen für ca. 30 Minuten goldbraun
  9. Lasse sie in der Form kurz abkühlen, verstreiche das Frosting auf dem Gebäck

2 Kommentare zu „Oh du mein Zimtschneckchen (-Brötchen?)

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