Schluss mit Chaos in der Tupperdose – Eine Woche Mealprep

Du würdest ja gerne dein Essen mit ins Büro nehmen, aber die Gerichte deiner Kollegen aus der Kantine sehen immer besser aus? Es stört dich, dass dir die Lunch-Box eine nicht mehr identifizierbare homogene Masse ausspuckt, die dem was du morgens eingepackt hast, so gar nicht mehr ähnlich sieht? Lass mich dir helfen das zu ändern!

Ich habe in einem meiner ersten Blogbeiträge bereits über das Vorbereiten der Woche mit Mahlzeiten geschrieben und dir darin ganz grundlegende Ideen zur Komposition und Inspiration mitgegeben. Heute möchte ich dir ein paar Tipps geben, wie du deine Lunchbox strategisch so zusammen stellst, dass dir die bewundernden Blicke deiner Kollegen garantiert sind.

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Vorweg noch eine kleine Anmerkung: Ich koche eigentlich schon immer mein Mittagessen vor. Weder in der kleinen Agentur noch im Institut kostete es besonders viel Überwindung die eigene Lunch-Box auszupacken, während die anderen an ihren Brötchen oder dem gekauften Essen knabberten. Aber als ich letztes Jahr das erste Mal mit der Kantine eines Konzerns konfrontiert wurde, hat mich das doch verunsichert. Ich erinnere mich noch gut, als ich die ersten Male mein Essen mitgebracht habe und eigentlich am liebsten am Platz geblieben wäre. Dank der Überredungskunst meiner lieben Kollegen bin ich aber doch mit nach unten gegangen, habe aber mein Essen in einer Schüssel regelrecht unter den Salatblättern versteckt. Es war mir tatsächlich unangenehm, wenn mir so viele Menschen auf meinen Teller geguckt haben. Aber mit der Zeit kam ich in einen guten Flow und freue mich inzwischen sogar richtig auf die Kommentare und Blicke. Du fragst dich jetzt sicherlich, was diesen Sinneswandel verursacht hat.

Eigentlich ist es so einfach und so naheliegend: Ich habe angefangen, mein Mittagessen schön für mich anzurichten. Dadurch beschäftige ich mich etwas länger mit dem Essen, habe die Zeit den einzelnen Komponenten Wertschätzung entgegen zu bringen und dankbar dafür zu sein, diese tolle Mahlzeit gleich essen zu dürfen. Denn ist man mal ehrlich: Lunch-Box-Deckel auf, essen, fertig – lädt intuitiv nicht unbedingt zu mehr Achtsamkeit ein.

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Wie gehe ich also bei der Zusammenstellung meiner Lunch-Box vor? Zunächst wollen wir darauf achten, dass empfindliche und Druck gefährdete Lebensmittel getrennt von Saucen eingepackt werden möchten. Eine Anekdote aus einer meiner ersten Lunch-Box-Versuche: Im Abi – das Geld war natürlich knapp – wurde das Mitbringen des Salates zu einer attraktiven Option im Vergleich zum Kauf. Ein wundervoll knackiger Rucola-Salat mit Tomaten, Feta und einer Vinaigrette wartete den ganzen Tag in meiner Schultasche auf mich. Voller Vorfreude öffne ich die Box und was mir da entgegenblickte sah nicht nur traurig aus, sondern hat mich selbst auch traurig gemacht. Genießbar war es nicht mehr. Nicht im geringsten: Der Rucola war vollkommen in sich zusammengefallen, die geschnittenen Tomaten hatten das Dressing bis zur Unkenntlichkeit verdünnt und der Feta wäre vermutlich lieber im Kühlschrank geblieben als an einem warmen Sommertag in meiner Tasche vor sich hin zu gären. Seit dem transportiere ich mein Dressing meistens separat und packe den Rucola immer als Letztes ein.

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In der vergangenen Woche habe ich euch jeden Mittag in meiner Insta-Story einen Blick auf meinen Teller gewährt. Alle diese Gerichte habe ich Sonntags vorgekocht und ordentlich dokumentiert in Dosen verschiedener Art gepackt. Je nach Dose ist es mehr oder weniger wichtig auf die Reihenfolge beim Schichten zu achten. Hast du beispielsweise mehrere Fächer, so macht es Sinn Saucen, Nüsse und Salat von einander getrennt zu verpacken.

Womit wir schon bei meinem ersten Hinweis sind: Packe schwere Lebensmittel nach unten, leichte und empfindliche nach oben. Ich weiß, das klingt jetzt sehr banal. Aber lass mich dir verraten, das macht tatsächlich einen Unterschied ob du zuerst den gebackenen Kürbis oder zuerst die Kichererbsen einpackst.

Grundsätzlich sieht es auf deinem Teller bzw. in deiner Bowl häufig schöner aus, wenn die einzelnen Komponenten nebeneinander angerichtet und nicht miteinander vermischt sind. Es gibt jedoch auch Ausnahmen: Nudelsalat, Chili sin Carne und Kartoffelsalat sind Beispiele dafür, in denen lange Ziehzeiten das Gericht erst richtig abrunden. Aber auch in dem Fall gibt es Möglichkeiten und Wege, das Essen schön anzurichten.

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Aber bleiben wir erst einmal bei dem Beispiel, dass wir eine Bowl mit getrennt angerichteten Lebensmitteln kreieren möchten. Dafür macht es natürlich Sinn, die Lebensmittel soweit wie möglich auch in der Dose zu trennen. Du kannst zum Beispiel Salatblätter als Trennung zwischen kleinteiligen Einheiten wie Kichererbsen oder Tofu-Würfeln einsetzen. Oder du legst die Tofuwürfel in eine separate Dose oder eine Muffinform aus Silikon. Schau dich einfach mal in deiner Küche um, ich bin sicher dir fallen noch so einige Utensilien in die Hände, die du zu diesem Zweck einsetzen kannst. Bei Thunfisch, Ei und Obst kannst du es dir ganz einfach machen – pack es als Ganzes ein. Ich wickle das Ei gerne zum Schutz (sowohl des Ei’s als auch meiner Tasche) in ein Papiertuch.

Nutze den Platz in der Dose so gut wie möglich aus. Du kannst eine noch so tolle Trennung schaffen – wenn zu viel Platz in der Dose ungenutzt bleibt, ist die Gefahr groß dass beim Transport ein kleines Malheur passiert und du doch mit einem kleinen Chaos im Büro ankommst. Stopfe im Zweifel die Dose mit Salatblättern aus, die liegen weder beim Transport in der Tasche noch zum Mittag im Magen schwer.

Dressings lassen sich prima in alten Marmeladen- oder Senf-Gläsern transportieren. Apropos Senf: Wenn sowieso nur noch ein kleiner Rest im Glas ist, mische ich meine Vinaigrette auch direkt im Senfglas an, schraube den Deckel zu und packe das Glas einfach separat ein.

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Jetzt haben wir alles wunderschön zusammengepackt und es kann auch eigentlich nicht mehr viel schief gehen, oder? Nicht ganz. Die Beste Verpackung hilft uns leider nicht, wenn wir die Dose quer in die Tasche werfen, sie vom Gepäckträger fällt oder im Fahrradkörbchen auf 13km hin und her geschleudert wird. Ich achte also immer darauf, dass die Dose nicht schief liegt und soweit fixiert ist, dass sie sich nicht selbstständig machen kann. Meistens stelle ich beim packen meine Lunch-Box als erstes auf den Boden meines Fahrradrucksacks. Wenn die Dose aber zu tief ist, nehme ich eine zweite Tasche, mit der ich mein Essen gut fixiert auf dem Gepäckträger transportieren kann.

Im Büro angekommen, heißt es nur noch die Minuten runter zählen bis zur Mittagspause. Scherz bei Seite: Ist es dann endlich Mittag, möchte deine Bowl natürlich noch ansehnlich angerichtet werden. Lege die einzelnen Komponenten nacheinander auf einen Teller oder in eine Schüssel. Gegebenenfalls möchtest du dein Essen noch kurz erhitzen bevor wir zum wichtigsten Part des Prozesses kommen: Genieße deine Pause, atme tief durch, freue dich auf und über dein Essen und lasse jeden Bissen genussvoll auf der Zunge zergehen.

Ich fasse dir noch einmal meine Tipps zusammen:

1. Packe die Bowl nach den Gesetzen der Physik – schwere und robuste Zutaten nach unten, Zerbrechliches nach oben

2. Überlege ob dein Salat von langen Ziehzeiten profitiert. Wenn nicht packe das Dressing separat ein

3. Schaffe Trennung wo es möglichst ist und werde dabei kreativ: Nutze Muffinformen aus Silikon, Salatblätter, kleinere Dosen oder Marmeladengläser

4. Nutze den gesamten Raum der Dose aus – je weniger Luft in der Dose bleibt umso weniger Platz für ungewolltes Chaos

5. Manche Lebensmittel sind bereits perfekt portioniert – Eier, Obst, Thunfisch lassen sich am besten am Stück transportieren, es sei denn sie erfüllen im Rahmen des 2. Punkt mit längerer Ziehzeit erst ihre Aufgabe innerhalb dieser Mahlzeit

6. Achte beim Transport darauf, dass die Dose gerade bleibt. Platziere sie zum Beispiel auf dem Boden deiner Tasche und lege die anderen Sachen darüber. Nimm im Zweifel eine Extratasche für dein Essen mit

Ich freue mich auf eure Kommentare. Gebt mir auch gerne Bescheid, wenn ihr eines der abgebildeten Gerichte nach kochen möchtet damit ich euch das Rezept abtippen kann.

Bon Appetit!

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