Vive la Tarte au Citron

Heute möchte ich euch mit in meine Vergangenheit nehmen und euch erzählen, wie ein spezifischer Heißhunger auf ein französisches Gebäck der Beginn meiner Leidenschaft für’s Backen wurde. Am Ende des Beitrags findest du eine cleane sowie ein vegane Interpretation der Tarte au Citron.

Aber beginnen wir heute mit einer kleinen Geschichte:

Es begab sich zu einer Zeit, als sich eine kleine Foodflüsterin in einer sehr intensiven Lernphase in ihrem Bachelor-Studiums wieder fand. Tag ein, Tag aus arbeitete Sie an ihrem Ziel einen guten Abschluss zu schaffen und verlor sich zeitweise in ihren Büchern. Eines Tages, sie grübelte mal wieder über betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, überkam sie ein Gefühl, so intensiv, dass sie nicht anders konnte als hinein zu hören. Schnell identifizierte sie dieses Gefühl als starken Appetit auf etwas Süßes: Cremige Zitrone auf buttrigem, knusprigem, leicht gesalzenen Mürbeteig. Nanu, wundert sie sich. Wo kommt denn nun dieses Bild her? War sie doch schon viele Jahre nicht mehr in ihrer Lieblingsstadt, der Stadt der Liebe und der feinen Patisserie, bei deren Besuch sie nie umhin kommt sich ein kleines Tartelette au Citron zu gönnen. Also machte unsere Foodflüsterin sich auf den Weg, in ihrer Wahlheimat Köln ein Stück dieser Köstlichkeit ausfindig zu machen. Doch leider vergeblich: Einigen Zitronenkuchen auf Rührteigbasis ist sie auf ihrem Weg begegnen, doch keiner vermochte sie genug zu reizen. Blieben ihr eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Mit dem Thalys nach Paris zu fahren oder selbst backen. Option 1 schied aus Budgetgründen schon mal aus. Option 2 war gewagt, hatte sie doch keinerlei Erfahrung mit dem Anfertigen von Gebäck (über eine Backmischung hinaus). Aber mit der richtigen Wissensgrundlage sollte man sich dem doch nähern können, dachte die Foodflüsterin bei sich. Gesagt, getan: Sie durchforstete das Internet nach Rezepten, deren Abbildungen dem Zielbild möglichst ähnlich sehen sollten. Denn alleine aufgrund der Zutatenliste vermochte Sie damals noch nicht einzuschätzen, ob es die anvisierte geschmackliche Richtung treffen würde. Sie wurde fündig über eine österreichische App und zögerte nicht lange mit der Umsetzung. Das Ergebnis, obschon nicht perfekt, war einfach umwerfend. Dass man mit einem Gebäck ganz bestimmte Emotionen und Erinnerungen (Wohlige Zufriedenheit, Liebe der Familie, Glückseligkeit) hervorrufen kann, war unserer kleinen Foodflüsterin bis dato nicht bekannt. Sie versprach sich mit diesem Tag, sie würde lernen so zu backen, dass Sie genau diese Glücksmomente auch anderen Menschen schenken kann.

Tarte au Citron vegan top

Hach ja, ich mag das Schwelgen in Erinnerungen. Das ist jetzt schätzungsweise 8 Jahre her und in der Zwischenzeit habe ich viel gebacken und viel gelernt. Heute improvisiere ich die meisten meiner Gerichte und halte mich eigentlich nie an Rezepte. Mit einer Ausnahme: Das Rezept für die Tarte au Citron habe ich nie angerührt. Naja fast zumindest – ich habe ein wenig an der Zuckermenge gespielt und auch schon mal Rohrzucker verwendet. Aber wenn ich absolut ehrlich mit mir bin, und glaubt mir, das zuzugeben fällt mir wahrlich schwer, vertrage ich die klassische Tarte au Citron leider nicht besonders gut (Creme Fraîche, Butter, Zucker, Mehl).

Tarte au Citron vegan Etagere

Als über Instagram vor ein paar Tagen die Challenge #dieweltaufdemteller aufgerufen wurde, musste ich unweigerlich wieder an mein Zitronentarte-Craving denken und wie sehr es mich an Paris, den Ort meiner Geburt erinnert hat. Das ist doch die Gelegenheit, das wundervolle Gefühl noch einmal aufleben zu lassen und eine Variante des Gebäcks zu schaffen, die ich auch gut vertrage.

Die Fußstapfen sind riesig und ich war ehrlich unsicher, ob ich tatsächlich etwas schaffen kann, das so gut wie das Original ist und gleichzeitig gesund und clean. Aller guten Dinge sind drei (der erste Versuch war etwas zu „gemüsig“) und nach einer Woche mit täglichen Zitronentarte-Verkostungen habe ich es endlich gefunden und freue mich, mit euch heute meine Errungenschaft teilen zu dürfen. Der Boden besteht überwiegend aus glutenfreien Haferflocken und Cashewmus. Wichtiger ist aber die Füllung: Eine Kombination aus Zitrone, Ei und Kokosnussjoghurt gesüßt mit Honig, führt genau zu dem sauer zusammenziehenden aber samtig süßen Erlebnis, auf das man sich bei einer guten Tarte au Citron freut.

Rezept cleane Tarte au Citron

Gleichzeitig habe ich auch eine vegane Variante geschaffen, die ich ebenfalls gerne mit euch teilen möchte. Sie ist zwar geschmacklich etwas weiter entfernt vom Original, aber trotzdem eine fabelhafte Alternative wenn du keine Eier verwenden möchtest.

Rezept Tarte au Citron vegan

Bon Appetit!

2 Kommentare zu „Vive la Tarte au Citron

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