Banoffee Pie

Was sich hinter dem lustigen Namen verbirgt und warum mich dieser Kuchen mit jedem Bissen nach Indien bringt, erfährst du hier. Außerdem verrate ich dir mein bestes und zugleich gesündestes Banoffee Pie-Rezept.

Es wird mal wieder Zeit für einen Schwenk aus meinem Leben:

Vor ein paar Jahren habe ich meine Schwester für zwei Wochen in Indien besucht, während sie in ihrem freiwilligen sozialen Jahr daran gearbeitet hat die Welt ein Stück humaner und sauberer zu bekommen. Ich war top vorbereitet – mit Malarone und Humpelfuß (natürlich hatte ich mir kurz vorher beim Joggen die Bänder gerissen) habe ich mich auf den Weg in mein kulinarisches Traumland begeben. Was ich zu der Zeit nicht wusste ist, dass Malarone die Psyche ganz schön runter ziehen kann und in Kombination mit dem Handicap fand ich mich häufiger knatschend in der Ecke sitzend als es mir lieb war. Natürlich wusste meine liebe Schwester genauso wenig wie ich, was da gerade passierte. Aber sie wusste genau, was man dagegen machen kann: Qualitative Schwesternzeit und Kuchen wirken in Situationen wie dieser wahre Wunder.

Also sind wir in einem Restaurant eingekehrt, ich glaube es hieß „Mango Tree“. Erst mal ein Warmgetränk bestellt, für meine Schwester mit wenig und für mich ohne Zucker und dabei die Karte studiert. So großartig die indische Küche ist, nach einem guten Kuchen sucht man schon ein Weilchen. Umso überraschter waren wir über die riesige Auswahl in diesem Restaurant: Schoko-Kuchen, Bananenbrot, Apfelkuchen und Banoffee-Pie. Banoffee – was? Keiner von uns beiden hatte von diesem Gebäck bereits gehört, geschweige denn es probiert. Also war klar, was wir bestellen würden. Und es hat uns einfach aus den Socken gehauen. Ein Boden aus Karamell-Keksen, eine Creme aus Kokossahne, frische Banane, Kokosraspeln, Karamellcreme – und schon war die Welt wieder in Ordnung.

Um mir den Moment mit meiner Schwester jederzeit wieder präsent zu holen, wollte ich das Rezept zu Hause unbedingt nach backen. Allerdings mit weniger Zucker und anstelle der Karamell-Kekse wollte ich eine Mischung aus Haferflocken und Datteln verwenden.

Ein paar Jahre später, bzw. vor ein paar Wochen in meinem Kurzurlaub in Amsterdam, habe ich in einem Supermarkt Speculoos-Kekse ohne raffinierten Zucker, ohne E-Nummern und mit Dinkelmehl gefunden. Da ist mir dieser schöne Nachmittag mit meiner Schwester in Hampi wieder eingefallen. Ich konnte es kaum erwarten nach Hause zu kommen und endlich wieder Banoffee-Pie zuzubereiten.

Die Speculoos-Kekse habe ich zerbröselt, mit Haferflocken und Datteln zu einem Teig verarbeitet und in eine kleine Springform gedrückt. Der war schon so unfassbar lecker, dass ich versehentlich einen großen Teil während der Zubereitung weg gesnackt habe. 

Für Karamell-Creme und Kokossahne habe ich die Kokosmilch am Abend vorher bereits geöffnet und die feste Creme von dem Wasser getrennt. Im Wasser habe ich ein paar Datteln eingeweicht und beides über Nacht in den Kühlschrank gestellt. Am nächsten Tag habe ich dann ein paar der Datteln mit der Kokoscreme erst püriert und dann unter Verwendung von Sahnesteif zu einer Kokossahne aufgeschlagen. Die restlichen Datteln habe ich mit dem Wasser zu einer schönen dickflüssigen Karamell-Creme püriert. Natürlich darf hier eine Prise Salz nicht fehlen, um die Süße etwas auszugleichen. 

Beim Schneiden der Bananen kann ich dir nur ans Herz legen, sie der Länge nach in Scheiben zu schneiden. Dadurch kannst du die Bananen besser überlappend schichten, als wenn du sie in Querscheiben schneidest. 

Das Schichten ist denkbar einfach: Direkt auf den Boden gibst du etwas Karamell-Creme, dann legst du die Bananen so darauf, dass keine Lücke mehr frei bleibt. Noch etwas Karamell – weil naja Karamell eben. Und anschließend gibst du die Kokossahne darüber. Wenn du möchtest, kannst du den Kuchen noch mit Kokosflocken, Schokolade oder der übrig gebliebenen Karamell-Sauce toppen.

Jetzt kommt das Beste: Der Backofen darf heute ausbleiben. Wir stellen den Banoffee-Pie zum Durchziehen für mindestens 4 Stunden in den Kühlschrank. Der Kuchen lässt sich aber auch fabelhaft einfrieren.

So, liebes Schwesterherz – wenn du noch ein Stück davon haben möchtest, solltest du deinen hübschen Hintern von Berlin schnell wieder nach Köln schaffen – ich kann nicht garantieren, dass ich das Stück noch lange verteidigen kann 😉

Viel Spaß  beim Nach“backen“ wünsche ich euch.

Bon Appetit!

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