Linsen-Walnuss-Bolognese (Vegan)

Wie du ganz einfach eine vegane Bolognese-Alternative zubereitest, mit der du auch überzeugte Fleisch-Esser begeistern kannst, gehe ich heute mit dir Schritt für Schritt durch. Außerdem gebe ich dir ein kleines Update zu meiner Ernährung und verrate dir, warum ich aktuell den Fokus auf „vegan“ lege.

Dir ist sicherlich aufgefallen, dass ich in letzter Zeit wieder verstärkt in der Entwicklung veganer Rezepte aufgehe. Auch wenn die Vermutung nahe liegt, nein, ich bin nicht wieder unter die Vollzeit-Veganer gegangen.
In den letzten Wochen durfte ich mich wieder intensiver mit der Herkunft tierischer Lebensmittel und insbesondere der (Massen-) Tierhaltung beschäftigen. Dabei kam ich kaum umhin den Veganismus als einzig konsequente Umsetzung der eigenen Kritik am System in Betracht zu ziehen. In der Vergangenheit gab es auch tatsächlich eine zweijährige Phase, in der ich mich vegan ernährt habe. Ich habe diese Ernährungsform sehr schnell schätzen gelernt, auch wenn mein soziales Umfeld davon weniger begeistert war. Weder vor noch nach dieser Zeit durfte ich so viel über Lebensmittel und ihre Zubereitung lernen. Da ich bereits damals schon recht anspruchsvoll in der Wahl meiner Speisen war, bliebt mir eigentlich gar nichts anderes übrig als zu lernen, meine Lieblingsspeisen selbst zuzubereiten. So habe ich beispielsweise gelernt, Gemüse einzusetzen, dessen Namen ich dir vorher nicht einmal hätte nennen können (Pastinaken zum Beispiel).

Obschon es mir mit dieser Ernährungsform auf den ersten Blick sehr gut ging, lässt sich nicht leugnen, dass mein Körper ein sehr ausgeprägtes Verlangen nach bestimmten tierischen Lebensmitteln signalisiert hat. Wider Erwarten waren es vor allem Eier und Lachs, wo ich doch vor der Ernährungsumstellung felsenfest davon ausging nicht ohne Käse leben zu können. Es lässt sich jetzt natürlich darüber diskutieren, ob sich durch einen gezielten Einsatz hochwertiger Nahrungsergänzungsmittel das Verlangen des Körpers nach bestimmten Nährstoffen nicht genauso gut ausgleichen ließe. Diese Diskussion möchte ich jedoch an dieser Stelle nicht weiter vertiefen. Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, lieber in Maßen diesen Bedarf über tierische Bio-Produkte zu decken, als Chemie zu mir zu nehmen. Letztlich ist es meine Gesundheit, die für mich immer noch eine Stufe über meinen ethischen Bedenken am Konsum tierischer Lebensmittel steht. Zugegeben, der zielgerichtete Einsatz „wenn der Körper es signalisiert“ ist in den letzten Jahren, und insbesondere seit dem Fokus auf glutenfreie Rezeptentwicklung, wieder stark in den Hintergrund getreten. Nachdem ich mir dessen bewusst geworden bin, möchte ich nun meine Konsumentscheidungen hinsichtlich Tierprodukten wieder stärker kritisch hinterfragen und möchte Eier und co. nun eher als Ausnahme denn als Standard einsetzen.

Kommen wir nun aber endlich zum Wesentlichen: Dem Zubereiten eines köstlichen veganen Gerichts, das selbst kritische Fleischfans überzeugen dürfte. Das Geheimnis liegt, natürlich neben dem Einsatz qualitativ hochwertiger Zutaten, in der langsamen Zubereitung. Nachdem ich letzte Woche das Kochen meines Kürbis-Erbsen-Curry so sehr genießen durfte, habe ich diese Woche gleich nochmal den Slow-Cooking-Friday ausgerufen. Eine Bolognese aus Linsen und Walnüssen, danach stand mir bereits die ganze Woche der Sinn. Ganz besonders langsam und schonend geschmort, so dass es seine Geschmacksvielfalt optimal entwickeln kann.

Die Zubereitung ist überhaupt nicht kompliziert und man kann auch eigentlich nicht viel falsch machen. Du beginnst mit dem Würfeln von Zwiebel oder Schalotte und Knoblauch. Beides brätst du kurz in der Pfanne glasig und gibst das ebenfalls in Würfel geschnittene Gemüse hinzu. Letztlich wollen wir auch die Linsen und Walnusskerne kurz mitbraten, bevor wir den restlichen Rotwein der Vorwoche sinnvoll verwertend zum Ablöschen des Gemüses in die Pfanne geben. Na gut, ich hätte auch eine neue Flasche dafür geöffnet, denn der Rotwein-Geschmack rundet diese herzhafte Gericht einfach fantastisch ab.

Ist der Wein verkocht, rühren wir das Tomatenmark unter und geben etwas Gemüsebrühe und Dosentomaten hinzu. Ich habe die Bolognese etwa drei Stunden bei sehr niedriger Hitze bei geschlossenem Decken schmoren lassen. Natürlich kannst du, solltest du es eilig haben, auch die Hitze erhöhen und den Kochprozess abschließen, sobald Linsen und Gemüse gar sind. Zu dem Zeitpunkt schmeckt es bereits schon sehr gut. Wenn ich dir aber einen Tipp geben darf: Probiere zumindest ein Mal die langsam zubereitete Variante aus. Du würdest mir sonst nicht glauben, wie groß dieser Unterschied tatsächlich sein kann. Am allerbesten schmeckt es sogar, wenn du es noch einmal einen Tag ziehen lässt.

Aber irgendwas fehlt hier noch. Ach natürlich, die Nudeln. Ich habe im dm Nudeln aus gelben Linsen und Vollkornreis gefunden, deren äußerst cleane Zutatenliste mit angesprochen hat. Auch wenn ich eigentlich kein Nudelfreund bin, das hat mich neugierig gemacht. Die Zubereitung ist sehr einfach, die Garzeit etwa um zwei Minuten kürzer als bei herkömmlichen Spaghetti. Geschmacklich haben sich die Nudeln sehr gut in das Gericht eingefügt und unsere Bolognese-Sauce hervorragend ergänzt. Noch etwas frische Petersilie und veganen Parmesan darüber und fertig.

Bon Appetit!

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