Abschied und Neuanfang mit einem Raw Snickers Cake

In dieser Woche hieß es Abschied nehmen von einer sehr lieb gewonnenen Arbeitskollegin, die sich nun auf einer neuen Stelle entfalten darf. Da wir immer noch in der Kuchen- äh ich meine Kundenbindung arbeiten, möchten wir diesen Neuanfang natürlich gebührend feiern – mit einem roh-veganen Erdnuss-Karamell-Kuchen, überzogen mit zartschmelzender Schokolade aka Raw Vegan Snickers Cake.

Verabschiedungen sind immer traurig, vor allem wenn man einen tollen Menschen aus seinem Team gehen lassen muss. Normalerweise backe ich zum Abschied lieber Menschen einen Pinata-Kuchen, gefüllt mit vielen Katjes-Gummiebärchen. Der Kuchen besteht in der Regel aus einem cleanen und zuckerfreien Bananenbrot, gefüllt mit jeder Menge Katjes und umhüllt von einer (nicht gerade dezenten) Schicht Schokolade. So ist für jeden was dabei: Wer keine Schokolade mag (ja, solche Menschen solle es tatsächlich geben) darf in Katjes und Bananenbrot schwelgen, wer auf Zucker verzichtet isst eben nur das Bananenbrot…

Nun lebe ich aktuell nach wie vor mit meiner „Umzugsküche“, die zwar ziemlich gut ausgestattet ist, jedoch über keinen Backofen verfügt (Daumen drücken, dass zum 8.3. die neue Küche da ist!!!). Also hatte ich zunächst bei Kollegen gefragt, ob ich mich bei ihnen für ein paar Stündchen zum Backen einnisten darf. Ganz liebe Angebote habe ich auch bekommen. Nachdem ich noch einmal kurz in mich gegangen bin, ob der Kuchen wirklich zu Fräulein R. passt, ist mir eine viel bessere Idee gekommen: Wie wäre es mit dem zu arbeiten was ich hier habe? Zum Beispiel könnte ich ihr einen roh-veganen Snickers Kuchen zubereiten. Schon ein paar Mal durfte ich sie mit meinen veganen, Dattel-gesüßten Snacks von klassischen Süßigkeiten ablenken. Auch wenn sie eigentlich eher auf süß, also so richtig süß, steht, so bin ich doch sicher, dass sie sich über eine gesunde Kombination aus Dattel, Erdnuss und Schokolade sehr freuen wird. Und das Beste ist: Ich brauche noch nicht einmal einen Backofen dafür.

Erst einmal überlegen, was wir so brauchen: Zunächst wohl einen Sonntagabend mit viel Zeit und Netflix, so dass ich nebenbei eine Tüte Erdnüsse schälen kann. Check. Datteln und horrenden Mengen. Check – was man nicht als Health Foodie so alles da hat… Zartbitterschokolade – Die sollte ich wohl besser noch schnell nach der Arbeit holen, damit ich meinen kleinen Vorrat nicht komplett aufbrauche. Check. Und den Rest improvisieren wir im Prozess.

Zugegebenermaßen brauchte ich zwei Anläufe, um das Rezept zu perfektionieren. OK, um ganz ehrlich zu sein, war der erste Versuch ungenießbar. Das hatte zwei Gründe: Zum einen hatte ich die Datteln nicht eingeweicht, wodurch mir partout keine homogene Karamellmasse gelingen wollte. Auf der anderen Seite hatte ich ein Erdnussmehl gekauft, das ich gerne in einer der beiden Karamellschichten einbauen wollte. Es war jetzt nicht das erste Mal, dass ich Erdnussmehl gekauft und verwendet habe, nur dieses konkrete Produkt kannte ich eben noch nicht. Was war passiert? Nachdem ich das Erdnussmehl unter eine Hälfte der mühsam pürierten Datteln gezogen hatte, zeigte sich beim Probieren, dass man es mit dem Rohen doch auch übertreiben kann: Es schmeckte einfach nur nach roher Hülsenfrucht – für einen Kuchen also gänzlich ungeeignet. Nach ein paar kläglichen Rettungsversuchen musste ich mich leider geschlagen geben und habe den ersten Anlauf in die Tonne kloppen müssen. Also gab es auch mal an einem Montagabend Netflix: Wir brauchen ja neue Erdnüsse. Dieses Mal war ich auch schlauer und habe die Datteln vorher eingeweicht.

Zweiter Tag, zweiter Versuch: Einweichwasser wegschütten und Datteln ordentlich klein pürieren. Dann teilen wir die Masse in zwei Hälften. Unter die erste Hälfte heben wir die geschälten Erdnüsse mit einer Gabel, geben ein wenig Salz und Vanille-Pulver hinzu und verteilen die Masse sorgfältig in einer Form um sie direkt in den Gefrierschrank zu stellen.
Als nächstes pürieren wir nun Haferflocken und Erdnussmus (als kleine Abkürzung, da ich dieses Mal nur eine halbe Tüte Erdnüsse geschafft habe) unter die zweite Dattelmasse. Diese streichen wir nun auf die bereits angefrorene Karamell-Erdnussschicht und frieren den Dattel-Erdnuss-Kuchen über Nacht ein. Wundere dich nicht, die Masse wird nicht richtig hart, sondern bekommt im Gefrierfach eher eine Sahne-Karamell-Konsistenz. Für uns hat diese Konsistenz den Vorteil, dass a) sich der Kuchen einfacherer aus der Form holen und weiterverarbeiten lässt und b) die Schokolade schneller fest wird.

Dritter Tag: Die Schokoladenschicht. Wie froh ich bin, dass ich genug Puffer eingebaut hatte. Da am Tag vier bereits die Verabschiedung stattfinden sollte, wäre es wohl etwas zu knapp gewesen am Tag vorher anzufangen. Kommen wir nun aber zu unserer Schokoladenschicht. Wir hacken die dunkle Schokolade klein, schmelzen sie im Wasserbad und streichen sie vorsichtig auf eine Seite des Dattel-Kuchens. Du kannst übrigens aus der Dattelmasse auch einzelne Riegel schneiden und jeweils mit der Schokolade umhüllen. Kurz warten und sobald die Seite fest ist, drehen wir den Kuchen auf den Kopf und bestreichen nun auch die anderen Seite mit Schokolade. Es macht Sinn, mit einem Messer direkt die Schnittlinien vorzugeben bzw. einzufurchen. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass sich der Kuchen später nicht in schöne Stücke teilen lässt und die Schokolade an unschönen Stellen bricht, insbesondere wenn man es gut mit der Menge der Schokolade gemeint hat.
Idealerweise bewahrst du den Kuchen im Gefrierschrank auf und holst ihn 15 Minuten vor dem Verzehr zum Schneiden und Antauen heraus.
Et voilà.

Zwar finde ich es sehr schade, dass Fräulein R. nicht mehr Teil meines täglichen Arbeitsumfeldes ist, aber auf der anderen Seite freue ich mich sehr darüber, dass ich sie als Freundin weiterhin in meinem Leben haben werde. Ich freue mich auf unsere wöchentlichen Sport-Sessions und darauf, sie zu tieferen Kniebeugen zu triezen.

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