Mediterrane Bratlinge aus weißen Riesenbohnen

Es ist mal wieder höchste Zeit für ein herzhaftes Rezept. Ich habe das Gefühl, dass meine kreative Ader sich in letzter Zeit wieder besonders in der Erschaffung süßer Kleinigkeiten gezeigt hat. Daher gibt es heute also ein herzhaftes Quoten-Gericht: Mediterran gewürzte vegane Bratlinge (Burger /Falaffel oder wie auch immer wir sie nennen wollen) aus weißen Riesenbohnen und Tofu.

Bei der Planung der Blogbeiträge bzw. des Instagram-Feeds komme ich tatsächlich regelmäßig an den Punkt an dem ich abwäge, ob ich nun wirklich das vierte oder fünfte süße Rezept in Folge posten möchte. Hätte ich nur wenige gesunde herzhafte Rezepte im Repertoire, würde ich das ja noch verstehen. Aber eigentlich fällt es mir gerade bei den herzhaften Gerichten leicht, eine bunte und köstliche Vielfalt auf den Teller zu zaubern. Ich glaube das Problem liegt eher darin, dass ich bei der Entwicklung von Mittag- oder Abendessen hungrig sein möchte. Mit einem kleinen grummeln im Magen komme ich beim Kochen so richtig in den Flow und die Rezepte gelingen mir besonders gut. Der Nachteil ist aber ganz klar, dass sobald das Essen angerichtet ist, ich einfach zu ungeduldig und hungrig bin um mir noch viel Zeit für das Fotografieren des Gerichts zu nehmen. Eine Zwickmühle 😉

Warum fällt es mir nun also so viel leichter, die süßen Rezepte umzusetzen? Ich habe da eine Theorie: Süße Snacks sind geduldiger. Ich muss nicht hungrig sein, denn süß geht eigentlich immer 😉 Und als Foto-Objekt sind Muffins, Blissballs und Kuchen deutlich unkomplizierter: Dem Foto ist es egal ob sie kalt werden, sie schrumpeln nicht wie Koriander innerhalb von Minuten an und selten stehen Foto-Session und Snack in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang. Was nicht heißt, dass der ein oder andere mehr oder weniger große Krümel nicht versehentlich den Weg in meinen Magen findet. Das Anrichten und Ablichten hat oft so viel Leichtigkeit und Spielerisches, dass ein gelungenes Foto ein sicheres Ergebnis ist.

Da es bekanntermaßen keine Probleme sondern nur Herausforderungen und Lösungen gibt, probiere ich es nun mit der folgenden Lösungsstrategie: Ich fotografiere die Mahlzeit erst beim Anrichten der zweiten Portion – zu einem späteren Zeitpunkt also. So kann ich rechtzeitig alles Aufbauen und Fotografieren. Wie zielführend dieser Ansatz ist, findet ihr schon sehr bald heraus. Dann gibt es nämlich wieder deutlich mehr der herzhaften Leckereien auf diesem Blog.

Nun habe ich euch heute also mediterran gewürzte Burger mitgebracht. Nach den paar Tagen in Riga hatte ich das große Bedürfnis wieder stärker auf eine Ernährung frei von tierischen Produkten zu gehen. In Riga habe ich zugunsten der landestypischen Küche dann doch relativ viel Fisch genießen dürfen und für die nächsten Wochen erst einmal genug davon. Da ich natürlich trotzdem auf einen ausgeglichenen Proteinhaushalt achten möchten, gibt es diese weißen Riesenbohnen in Kombination mit geräuchertem Tofu. Die Bohnen sind prima geeignet, um einen klebrigen Teig zu schaffen mit dem das Braten der Burger ein Kinderspiel wird. Außerdem bringen weiße Riesenbohnen 2 g mehr Eiweiß als Kichererbsen mit, nämlich 9 auf 100g. Der Räuchertofu soll unseren Patties etwas mehr Biss geben, denn einfach nur ein smoother Bratling ist für das haptische Erleben etwas zu einseitig. Wer es lieber sojafrei mag, der kann hier auch gekochten Quinoa oder Buchweizen anstelle des Tofu untermischen.

Für die Bohnenpatties tropfen wir das Wasser aus einer Dose Bohnen ab und waschen die kleinen Hülsenfrüchte gut durch. Damit die Masse beim Braten gut zusammen zu hält, bereiten wir noch schnell zwei Flaxx-Egg zu: Dafür schroten wir zwei Esslöffel Leinsamen im Mixer. Natürlich kannst du die Leinsamen auch bereits geschrotet kaufen. Achte hier nur darauf, dass du sie zügig verbrauchst, da sie einmal aufgebrochen schnell ranzig werden. Gebe die doppelte Menge an Wasser hinzu und lasse die Mischung 10 Minuten quellen.

Warte, räum den Mixer noch nicht weg. Wir wollen noch eine Portion gekeimtes Müsli, Haferflocken oder Buchweizenkerne mahlen. Du kannst natürlich auch hier bereits das fertige Mehl verwenden. Heute bleibt meine Küchenmaschine mal aus und wir gehen die Sache hands on an: Wir quetschen mit einem Kartoffelstampfer die Bohnen zu einem Püree und rühren gequellte Leinsamen und Mehl gleichmäßig unter. Entkerne und hacke 20 Oliven sowie 10 getrocknete Tomaten in kleine Stücke. Gebe beides mit Tomatenmark, Paprikapulver, Cayennepfeffer und einem veganen Pesto hinzu. Als Pesto kannst du entweder ein Basilikumpesto, ein Pesto aus getrockneten Tomaten oder ein Bärlauchpesto nehmen. Für noch mehr Umami kommen noch ein paar Hefeflocken in den Teig. Zu guter Letzt krümeln wir den Tofu einfach mit einer Gabel in grobe Stückchen und heben ihn unter.

Jetzt wird gebraten. Dafür erhitzt du ein wenig Olivenöl in einer Pfanne. Forme mit den Händen die Buletten. Ein kleiner Tipp: Damit nicht die Hälfte des Teigs an deinen Händen kleben bleibt, bestäube deine Hände ordentlich mit Buchweizenmehl. Nun brätst du die Burger von beiden Seiten bei mittlerer Hitze goldbraun und legst sie anschließend bei 150 Grad für 10 Minuten in den Backofen.

Eine gute Gelegenheit, sich um die Beilage zu kümmern: Die Gemüsekomponente bilden Spargel (solange die Saison noch anhält) und Romanasalat. Dafür putzen und schälen wir den Spargel und schneiden die Salatherzen in Viertel. Wir geben das Gemüse in eine Schüssel und massieren sehr vorsichtig etwas Olivenöl, Oregano und Zitronensaft ein. Auf dem vorgeheizten Grill (oder in der Pfanne) rösten wir Spargel und Salatherzen, so dass beides von allen Seiten eine schöne und leichte Bräunung annimmt. Salzen und Pfeffern, fertig!

So viel Vorfreude 🙂

Auch lecker schmecken die Bratlinge als Patties auf einem Burger. Ich habe hier selbst gemachte Vollkorn-Pita-Brote verwendet und einen Teelöffel Pesto darauf verteilt. Anschließend wird das Brot mit Spargel, getrockneten sowie frischen Tomaten und natürlich Spinat gefüllt, Patty rein, Avocado on top – et voilà!

Bon Appetit!

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