Granola mit Pistazien, getrockneten Aprikosen und Feigen

Pistazien und Aprikosen sind einfach für einander gemacht. Heute in einem Granola vereint: Mit einem Schuss Rosenwasser und einer Prise Kardamom versüßen Sie deinen Joghurt, die Smoothie-Bowl oder geben deinem Müsli den Extra-Crunch. Am liebsten genieße ich sie aber einfach pur als Snack.

Ich bin in den letzten Wochen regelrecht obsessed (verzeih bitte den Anglizismus, es klingt einfach weniger ‚gruselig‘) mit Granola. Diese Liebe wurde nach einigen Jahren nun wieder neu entfacht und da wir noch in der Honeymoon-Phase sind, wird es wohl in den kommenden Wochen einige Varianten dieses Rezeptes geben.

Aber fangen wir einmal vor der Pause an: Im Studium, ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen, gehörte Knuspermüsli definitiv zu meinen Grundnahrungsmitteln. Vor allem bei meinen Groningen-Besuchen (meine Schwester hat dort studiert) spielten die kleinen knusprigen Cluster eine wichtige Rolle: Frühaufsteherin die ich nun mal bin, hatte ich nicht selten 2-3 Stunden in der kleinen Wohnung meiner Schwester zu überbrücken, ehe ich sie und ihren damaligen Freund aus den Federn klingeln „durfte“. Da du mich damals mit Sport hättest jagen können („Kellnern ist mein Sport“), habe ich die frühen Stunden mit Kaffeetrinken und lesen verbracht. Alle paar Minuten bin ich aufgestanden, heimlich (als ob jemand da gewesen wäre, der mit hätte beobachten können) an die Granola-Tüte geschlichen, habe mir eine Hand voll zum Naschen gemopst und genussvoll pur gesnackt. Ein Seufzer aus tiefstem Herzen löst sich bei mir, wenn ich mich daran zurück erinnere.

Irgendwann begann meine Vendetta gegen Zucker – ich habe alles verteufelt, indem Zucker war. Als Ausnahme habe ich eigentlich nur den absichtsvollen Verzehr in Form von Kuchen oder Keksen zu besonderen Gelegenheiten zugelassen. Egal wie groß zum Beispiel mein Hunger auf Karottensalat war – wurde dort Zucker zugesetzt, konnte ich ihn leider nicht essen. Mit dieser Phase habe ich meine lieben Mitmenschen ganz schön zur Weißglut getrieben. Da ich gerade zum Frühstück erst recht keinen Zucker gegessen habe, wurde das heiß geliebte Knuspermüsli einfach wegrationalisiert. Punkt.

Mit dem intuitiven Essen habe ich inzwischen auch meine Angst vor Zucker unter Kontrolle und lasse diesen vermehrt zu. Also höchste Zeit, eine alte Liebe aufzuwärmen. Vielleicht kann man ja, wenn schon Zucker rein muss, eine etwas weniger stark raffinierte Variante wählen. Ahornsirup ist meiner Meinung nach eine gute Alternative.

Hätte ich gewusst, dass die Zubereitung von Granola so unfassbar einfach und so vielseitig ist, hätte ich mein Knuspermüsli schon viel eher selbst gemacht. Man braucht etwas Getreide, ein paar Nüsse, Trockenfrüchte und etwas Nussmus. Ich habe so viele Varianten in letzter Zeit ausprobiert, aber diese hier ist bislang mein absoluter Favorit.

Ich schlage vor, wir legen einfach los: Gebe etwas gekeimtes Müsli mit Sojacrispies in eine große Schüssel. Du kannst aber auch einfach grobe Haferflocken und gepufften Amaranth nehmen, beides bekommst du im Drogerie- oder Supermarkt. Nun kommt eine Kombination aus Kürbiskernen, geschälten Hanfnüssen, Pistazien und Sesam hinzu und wird untergerührt bis sich alles gut vermischt hat.

In einer separaten Schüssel mische ich Sesammus, aka. Tahin, mit Zimt, Kardamom, Salz und einem klitzekleinen Schuss Rosenwasser und gebe die Mischung über die trockenen Zutaten. Sicher kannst du dir den Abwasch der zusätzlichen Schüssel auch sparen, indem du einfach die Zutaten direkt über den Getreide-Nuss-Mix gibst. Ich wollte aber sicher gehen, dass die Gewürzte sich gleichmäßig im „Teig“ verteilen. Jedenfalls rühren wir mit einem Spatel alles gut durch und verteilen die Masse auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech. Versuche dabei einen riesigen Granola-Keks zu formen und drücke den Teig schön auf das Backpapier. Das hilft hilft uns später schöne große Stücke zu erhalten. Ab damit für zehn Minuten in den Backofen, kurz raus holen und mit einem Pfannenwender vorsichtig umheben, weitere fünf Minuten backen. Wenn das Knuspermüsli eine schöne goldbraune Farbe angenommen hat, ist es genau richtig.

Nun kommen unsere Trockenfrüchte erst ins Spiel: Hacke die Aprikosen und Feigen grob und hebe sie vorsichtig unter die noch Warme Mischung. Lasse das Granola vollständig abkühlen, bevor du es in einem luftdicht abgeschlossenen Gefäß (z.B. ein Einmachglas) verstaust.

Ganz ehrlich muss ich zugeben, dass sich das Granola nicht lange bei mir hält. Eine Woche kann ich dir die Haltbarkeit garantieren, länger hat eine Fuhre bislang bei mir nicht überlebt: Viel zu lecker und viel zu schnell leer 🙂 Ich gebe es über meine Smoothie-Bowls, esse es als Nachtisch mit ein paar Beeren und etwas Reisdrink, gebe es über meine Eiscreme oder über den Joghurt. Und manchmal erwische ich mich dabei, wie ich heimlich in die Küche schleiche und es einfach nur so snacke. Wer braucht schon Kekse, wenn er knuspriges Granola hat? In diesem Sinne…

Bon Appetit!

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