Gefüllte Zucchiniblüten

Mit beginnender Zucchinisaison wächst auch die Wahrscheinlichkeit, auf dem Markt eine kleine Rarität zu ergattern: Frische Zucchiniblüten. Das erste Mal sind sie mir vor ein paar Jahren in Zürich begegnet, als ich mir bis zum Treffen mit meiner liebsten Wahl-Zürichicherin noch ein wenig die Zeit totgeschlagen habe. Da ich scheinbar einen Sensor für (Wochen-) Märkte habe und von diesen wie magisch angezogen werde, so bin ich auch an diesem Tag auf einem kleinen Bauernmarkt gelandet. Und dort sah ich sie: Grün bis Orange leuchteten sie mich an.

Ich muss zugegen, dass ich auch erst einmal nachfragen musste, bevor ich verstand: Ja, es sind tatsächlich die Blüten, an denen die Zucchini wächst. Ich hatte wohl schon mal davon gehört, dass man Zucchiniblüten auch essen kann, aber so direkt hatte ich jetzt keine Idee zur Umsetzung. Einmal abgesehen davon, dass ich ja in Zürich war und die zarten Blüten den Transport bis nach Köln wohl kaum überlebt hätten. Also habe ich mich nach dem kurzen Tagtraum in die kulinarische Welt der Zucchiniblüte wieder in die Rolle des Gastes in Zürich begeben und mich mit über die vegetarische Variante des Züri-Geschnetzelten, das meine Freundin für mich gekocht hat, sehr gefreut.

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Nun hatte ich schon eine ganze Weile nicht mehr darüber nachgedacht, als mir diese herrlichen Exemplare von Zucchiniblüte auf dem Wochenmarkt meines Vertrauens über den Weg gelaufen sind. Wobei, eigentlich bin ich ja ihnen über den Weg gelaufen. Conditions are perfect – und weil dem so war, habe ich gleich ein paar mitgenommen. Ich hatte das Glück, dass die Mini-Zucchini noch dran waren. Es macht für das Rezept aber keinen Unterschied, wenn du nur die Blüten bekommst.

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Nach kurzer Inspirationssuche auf Pinterest wusste ich aber sehr schnell, was der Plan sein würde: Eine Füllung auf Basis des veganen Ricotta aus dem Lasagne-Rezept, das ich am Donnerstag auf Instagram gepostet habe. Gut ich habe nur die Bilder gepostet und auf das Rezept verwiesen. Du hast die Bilder noch nicht gesehen? Jetzt aber schnell: Ich habe die hier mal den Link vorbereitet. Das Rezept für den Ricotta habe ich auf dem Blog frommmybowl gefunden und eigentlich nur die Knoblauchmenge nach unten hin angepasst.

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Veganer Ricotta also als Basis… Noch ein paar Erbsen und Pinienkerne hinein, oh und dann darf rosa Pfeffer natürlich nicht fehlen. So viel zu meinem Plan – lass uns jetzt in die konkrete Umsetzung gehen. 

Wir starten mit dem Einweichen der Cashewkerne, am besten über Nacht. Wenn es mal schnell gehen muss (und weil man nicht immer spontan eingeweichte Cashews vorbereitet hat), kannst du die Kerne auch mit kochendem Wasser übergießen und die Weiterverarbeitung nach 10 Minuten beginnen. Es kann allerdings etwas mühseliger sein, eine vollends glatte Creme zu erzielen. Aber das dürfte bei diesem Rezept vielleicht sogar ganz spannend sein und wird zwischen den im Ganzen verarbeiteten Erbsen sicher nicht so sehr auffallen. 

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Gutes Stichwort: Widmen wir uns erst einmal unseren Erbsen: Wasser aufkochen, Erbsen aus dem Eisfach holen, ins sprudelnde Wasser hüpfen lassen und nach ein paar Minuten absieben. Auf einer zweiten Herdplatte kannst du in der Zwischenzeit die Pinienkerne ohne Öl auf mittlerer Hitze goldbraun anrösten.

Nun pürieren wir die Cashewkerne mit einem Block Tofu und dem Saft einer halben Zitrone zu einer samtigen Mousse. Für einen intensiven und vielseitigen Geschmack (und weil es super gesund ist) geben wir noch etwas Knoblauch in die Küchenmaschine, das käsige Umami-Erleben erzielen wir mit Hefeflocken. Und ja, wir brauchen richtig viel davon. Glaube mir, das schmeckt fantastisch und du brauchst deutlich weniger Salz. Apropos, eine gute Überleitung zum Abschmecken der Creme mit rosa Pfefferbeeren, grob zerstoßen, und einer Prise Salz.

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Lass uns die Babys nun also füllen. Hierbei wollen wir sehr behutsam vorgehen, damit die zarten Blütenblätter nicht kaputt gehen. Du öffnest die Blüte sehr vorsichtig mit der einen Hand und setzt einen Esslöffel Creme auf den Boden der Blüte. Nun legst du die Blätter um die Creme und verschließt die Blüte indem du die Enden leicht zusammenzwirbelst. Keine Angst, die Creme bleibt auch beim Backen relativ fest, so dass sie nicht auslaufen wird. Lege deine Zucchiniblüten auf ein leicht eingeöltes oder mit Backpapier ausgelegtes Backblech und backe sie für 20 bis 30 Minuten, je nachdem wie groß sie sind, bei 180 Grad Umluft.

Ich habe in der Zwischenzeit einen Topf mit Linsennudeln aufgesetzt, da ich meine Zucchiniblüten gerne als Hauptspeise servieren wollte. Die Nudeln habe ich nach dem Abgießen mit einem Teil der restlichen Creme einmassiert und noch ein paar Extra-Erbsen, Pinienkerne und rosa Pfefferbeeren dazu gegeben. Als Vorspeise hätte ich sie vermutlich auf einem Erbsenpüree oder -Pesto angerichtet.

Bon Appetit!

2 Kommentare zu „Gefüllte Zucchiniblüten

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