Tomatenquiche

Endlich ist mir ein veganes Quiche-Rezept gelungen, das auch den Liebhaber zu überzeugen vermag. Sommerlich dekoriert mit vielen bunten Tomaten freut sich hier auch das Auge. Außerdem verrate ich dir, welches meiner neuen Projekte mich aktuell morgens freiwillig vor dem Weckerruf aus dem Bett hüpfen lässt.

In dieser Woche bin ich endlich mein Herzensprojekt angegangen: Ich setze mich für eine gesündere Option in unserer Kantine ein. Versteh mich nicht falsch, ich bin sehr dankbar, dass wir eine so qualitativ hochwertige Kantine haben, auch wenn ich sie nur selten nutze. Aber manchmal setze selbst ich andere Prioritäten als das Vorkochen, so dass ich eben gelegentlich auch auf die Kantine ausweiche. Dem Vegetarier bieten sich hier häufig nicht allzuviele Optionen: Häufig ist das einzige vegetarische Angebot frittiert, überbacken, paniert oder in Blätterteig eingehüllt, ein Nudelgericht oder in Sahne angemacht. Ich weiß nicht wie es dir geht, aber mich katapultieren diese Varianten gleich in ein Mittagstief, aus dem ich nur schwer und nur unter hohem Kaffeekonsum wieder heraus finde. Die Alternative ist ein Beilagen- oder Salatteller, wobei selbst die sehr gute Auswahl hier mit der Zeit eintönig wird.

Im letzten Jahr ist mir schon mal die Idee gekommen, die Kantine zwecks einer „Gesundheitsinitiative“ zu kapern. Jedoch habe ich den Gedanken schnell wieder verworfen. Die Hürden schienen mir zu groß. Nun ergab es sich, dass ich am vergangenen Wochenende meine Ziele für das kommende halbe Jahr visualisiert habe – und siehe da, welches Thema sich wieder in mein Bewusstsein geschlichen hat. Und um mir den Elan, mit dem ich dank dieser Technik in die neue Woche gestartet bin, direkt zu Nutze zu machen, habe ich das Projekt gleich in Angriff genommen. Ich möchte dich nicht mit den Details langweilien. Nur so viel: Ich habe die Petition „für eine gesunde Option in unserer Kantine“ aufgesetzt…

Ich musste unweigerlich an mein erstes Jahr als Vegetarierin, ich war gerade 12 Jahre alt, denken: Nachdem ich in den Bravo-Zeitschriften die ganzen Berichte über Massentierhaltung gelesen hatte, wollte, nein, MUSSTE ich was tun. Damals habe ich auch eine Petition gestartet, die ich an die Bundeskanzlerin schicken wollte. Ich hatte ganz vergessen, dass diese kleine Rebellin noch in mir steckt und bin froh, ihr wieder einen Platz in meinem Leben zu geben. Sich für etwas Größeres einzusetzen, das mehr als nur mir selbst dient, tut unendlich gut und gibt mir im Gegenzug wiederum eine unglaubliche Energie. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden bei diesem Projekt.

Ich frage mich gerade, ob das Rezept, dass ich dir heute mitgebracht habe als gesund durchgehen würde. Im engeren Sinn vermutlich nicht. Aber es ist sicherlich bekömmlicher als eine Kombination aus Sahne, Schmand und Ei auf Blätterteigboden.

Der Boden der Quiche besteht aus Buchweizen-, Dinkel- und Kürbiskernmehl. Kürbiskernmehl? Ja genau, das habe ich im Biomarkt gefunden und ihr wisst ja wie anfällig ich für High-Protein-Claims bin. Das Mehl gibt unserem Quiche-Teig eine ganz tolle Konsistenz, ich kann nur empfehlen, dem Kürbiskernmehl einen Versuch zuzugestehen.

Für die Füllung habe ich nochmal auf das vegane Ricotta-Rezept zurückgegriffen, das ich bereits für die gefüllten Zucchini-Blüten verwendet habe. Gemischt mit Wasser und etwas Stärke ist das Ergebnis eine so herzhafte und zugleich zarte Creme, die sich ganz hervorragend mit den Tomaten und dem Thymian ergänzt – als wären die Zutaten füreinander gemacht.

Diese Quiche ist so gut geworden, ich habe sie gleich in der Woche drauf nochmal zubereitet! Der Mürbeteig-Boden schmilzt regelrecht auf der Zunge und die Tomaten tanzen mit dem Thymian und der dezenten Senfnote Tango auf der Zunge. Und ich finde, dass sich das Ergebnis auch optisch durchaus sehen lässt: Ein so farbenfrohes Gericht mit seinen gelben, roten und grünen Tomaten sowie dem leicht grünlichen Teig. Eine richtige Sommerquiche.

Du kannst die Quiche übrigens super in Stücken geschnitten einfrieren. Wenn du sie dann Mittags im Büro essen möchtest, überlebt sie im gefrorerenen Zustand ohne Weiteres den Transport und taut recht schnell im Laufe des Vormittags auf. Einen kleinen Salat als Beilage dazu und schon hast du ein unkompliziertes, leckeres, sättigendes und energiespendendes Mittagessen.

Bon Appetit!

2 Kommentare zu „Tomatenquiche

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