Vegane Burger / Lunch-Date mit Kollegen

Ich finde es toll, dass durch den ganzen Beyond Meat Hype so viel Aufmerksamkeit auf veganen Fleischalternativen liegt. Mehrmals stand ich davor und habe überlegt ob ich den Versuch wagen soll. Und wie automatisch drehe ich die Packung um, lese die Inhaltsangaben und… lege die Packung zurück ins Regal. Lass mich dir verraten warum.

Versteh mich bitte nicht falsch, ich bin eine große Befürworterin veganer Proteinquellen. Insbesondere wenn diese scheinbar sogar Fleisch-Esser zu überzeugen vermögen, so scheint es doch auf den ersten Blick nach einer Win-Win-Situation. Doch ist dies nur eine Seite der Medaille. Will man nämlich den Geschmack von Fleisch imitieren, so wird hierfür in der Regel sehr viel geschmacksverstärkender Zusatz verwendet. Ich rede hier von chemisch hergestellten Zusätzen, deren langfristige Auswirkung auf unseren einzigen Körper wir gar nicht kennen.

Woraus besteht der Patty? In erster Linie aus Erbsenprotein, soweit so gut. Aber danach folgen überwiegend raffinierte Öle, Aromen und Zucker. Und ich bin sicher, dass wir die 18% Protein auch gesünder und mindestens genauso lecker zwischen zwei Brötchen gepackt bekommen. Ich sehe eine Challenge – und ihr ahnt es sicherlich schon: Ich nehme diese Herausforderung sehr gerne an!

Da ich selbst inzwischen recht abgehärtet bin, wenn es um vegetarische und vegane Proteinquellen geht, brauchte ich hungrige Tester. Also habe ich ein kleines Tasting für meine Team-Kollegen arrangiert um gemeinsam in der Mittagspause die von mir vorbereiteten Burger-Patties zu verkosten.

Mein Ziel war es nicht, den Geschmack von Fleisch zu imitieren. Aber ich wollte zumindest einen wirklich leckeren Burger kreieren, der auch meine liebsten Omnivoren glücklich sättigt. Als Basis habe ich mich für eine Mischung aus Kidneybohnen und Tofu im Verhältnis von 3:1 entschieden. Beides kannst du entweder in der Küchenmaschine klein hexeln oder du tobst dich mit deinem Kartoffelstampfer aus. Letzteres ist eine sehr produktive Art des Stressabbaus 😉 Wichtig ist, dass wir ausnahmsweise mal keinen homogenen Brei, sondern etwas Textur im Ergebnis haben möchten.

Jedenfalls mischen wir gehackte Petersilie, grob gehackte Walnusskerne (ebenfalls für die Textur), etwas Flax-Egg (Leinsamen-Ei klingt einfach merkwürdig) und rote Bete Pulver unter. Ich persönlich mag super gerne gebratene Zwiebeln in meinem Burger, denn das erinnert mich an die Frikadellen, die mein Vater immer so gerne macht und die zugegebener Maßen noch lange in meine vegetarischen Anfangszeiten hinein die einzige Ausnahme waren, die ich zugelassen habe. Mal abgesehen von Gummibärchen, aber das war eher einem Wissensgap geschuldet…

Zurück zum Thema: Gewürze fehlen jetzt natürlich noch. Salz, Pfeffer und Paprika sollten aber ausreichen. Und einfach aus Prinzip kommt noch etwas Erbsenprotein-Pulver in die Mischung. Witzigerweise sieht die fertige „Teig-Mischung“ tatsächlich ein wenig nach Hackfleisch aus. In etwas Olivenöl werden die Patties nun von beiden Seiten kurz von beiden Seiten goldbraun angebraten, um sie anschließend im Backofen fertig zu backen.

In der Zwischenzeit habe ich die restlichen Zutaten für die Komposition zusammengesucht: Fleischtomaten, Salatblätter, saure Gurken, vegane Majo und Ketchup. Moment, ich habe keinen Ketchup und ich werde jetzt sicherlich nicht losziehen und welchen kaufen. Dann eben selbst machen! Mein super schnelles Ketchup-Rezept möchte ich gerne mit dir teilen. Du brauchst:
– 1 Dose Tomaten
– 3 EL Tomatenmark
– 1 Glas getrocknete Tomaten
– 4-6 (abh. von der Größe) weiche Datteln
– 1 EL Aceto Balsamico
– 2 EL gehackten Basilikum
– Salz und Pfeffer

Einfach alle Zutaten außer dem Basilikum in den Mixer werfen und zu einem stückchenfreien Püree zerkleinern. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und den Basilikum grob gehackt unterrühren.

Am nächsten Tag musste ich also nur noch die Brötchen vom Bäcker holen, den Tisch decken und die Patties in der Mirkowelle in Fuhren von jeweils dreien aufwärmen. Und wie hat es den anderen geschmeckt? Ich habe nur gutes Feedback bekommen! Wir können dieses Rezept also uneingeschränkt weiterempfehlen.

Es war ein so gemütliches und unglaublich leckeres Essen. Danke an dieser Stelle an meine fleißigen und ehrlichen Tester. Grundsätzlich finde ich das Konzept super: Einer kocht eine gesunde Mahlzeit für die Gruppe und alle beteiligen sich an den Kosten. Solange wir mit der Initiative Kantine noch nicht weitergekommen sind, ist das sicherlich eine hervorragende Möglichkeit zumindest gelegentlich die ein oder andere gesunde Mahlzeit gemeinsam in der Mittagspause genießen zu können.

Bon Appetit!

               

2 Kommentare zu „Vegane Burger / Lunch-Date mit Kollegen

  1. Prima Idee, die Kidneybohnen mit Tofu zu mischen. Ist eine schöne Alternative genügend pflanzliche Proteine mit einer Mahlzeit zu bekommen. Das ist auch immer mein Wunsch. Dein Rezept probiere ich bald mal aus.
    Danke fürs teilen und viele Grüsse 🙂

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