Kürbis-Apfel-Streuselkuchen

Heute verheiraten wir mein Lieblingsobst mit meinem Lieblingsgemüse: Kürbis und Apfel sind wie für einander geschaffen! Süßlich erdend trifft auf frisch und säuerlich. Gemeinsam ergeben sie ein traumhafte Verbindung, die deine Geschmackssinne tanzen lässt.

Ich kann nicht verstehen, wie man den Herbst nicht mögen kann: Es gibt die unglaublichste Auswahl an Obst und Gemüse, ich sag nur Kürbis und Äpfel. Sowohl Sonnenauf- als auch Untergänge sind einfach atemberaubend. Zugegeben, ich bekomme eher die Sonnenauf- als Untergänge mit. Der Garten freut sich, endlich wieder genug Wasser zu bekommen (ich gelobe Besserung im nächsten Jahr) und man möchte sich guten Gewissens einfach am Sonntag zuhause unter der Decke einkringeln, ein Tässchen Tee zur Seite und ein Stück Kuchen essen.

Dieses Mal habe ich mich dem Backflow einfach hingegeben. Ohne großen Plan mache ich mich ans Werk, mit dem Ziel die vielen Äpfel endlich zu verarbeiten. Als ich so fröhlich in meiner Küche zwischen Kühlschrank und Vorratsschublade am hin und hertanzen bin, fällt mein Blick auf eine Tupperdose mit gebackendem Kürbis. Ich überlege kurz, und schon landete der Inhalt mit Banane, Kokosöl und Mandeldrink im Mixer. Nun darf aber auch das herbstlich-winterliche Gewürz nicht fehlen. Eine liebe Arbeitskollegin hat mir im letzten Jahr ein Glühweingewürz geschenkt, das hier perfekt zum Einsatz kommen wird. Ansonsten hätte ich vermutlich eine Pumpkin Spice-Mischung oder Spekulatiusgewürz genommen, oder – ganz abgefahren – die Kombination aus Nelken, Zimt und Co. selbst zusammengemischt.

Nun gut, die Basis steht also. Dann sind jetzt die Äpfelchen dran: Waschen, Schälen, Schnippeln. Warum ich die Äpfel wasche, wenn ich sie sowieso schäle? Naja, die meisten Vitamine sitzen ja bekanntlich unter der Schale und das werfe ich sicher nicht weg. Naschkatze, die ich nun mal bin, snacke ich die Schale im Laufe des Backprozesses einfach weg. Nachdem ich die Apfelstückchen untergehoben hatte und der Teig gleichmäßig in einer Springform verteilt war, sah das noch ein wenig traurig aus, ganz als würde etwas fehlen.

Nach kurzem Überlegen kam es mir: Streusel fehlen!!! Also habe ich eine Melange aus Kürbis, Alsan, Haferflocken, Zimt, Walnüssen und Dinkelmehl erstellt und über den Kuchen gekrümelt. Und OMG waren diese rohköstlichen Streusel schon wahnsinnig lecker! Ich musste mich wirklich zurück halten, noch welche für den Kuchen übrig zu lassen. Außerdem stand am Nachmittag noch ein Wettkampf an, und so langsam wurde der Bauch schon grenzwertig voll. Die ganzen vollwertigen Zutaten liegen ja doch etwas länger im Magen als Weißmehl und weißer Zucker, was jetzt bei einem schnellen 10km Lauf nicht ganz so die optimale Grundlage ist.

Aber wie ihr an den Fotos seht, hat der ein oder andere Streusel es doch noch in den Backofen geschafft. Als der Kuchen so vor sich hinbackt überlege ich, was ich denn damit überhaupt nach den Fotos machen will. In der folgenden Woche standen so viele Geburtstage an, dass das Werk vermutlich untergegangen wäre. Also habe ich meine beiden Cheerleader, die mich vom Rand bei traumhaftem Wetter während des Laufs angefeuert haben, mit etwas Kuchen überrascht. Ein paar Stücke hatte ich als Nachmittagssnack mitgenommen und die Tupperdose an einem unverhofft doch kuchenfreien Tag im Kreis herum gereicht. Der Rest wartet im Gefrierfach auf seinen Einsatz.

Weißt du was ich mir so überlegt habe: So gerne ich meine Kollegen bekoche, ich möchte das gelungene Ergebnis meiner Backexperimente gerne anders teilen. Abend ist mir auf dem Neumarkt das erste Mal wirklich aufgefallen, dass Menschen mit Wägelchen Essen an Obdachlose ausgeteilt haben. Das war genau der richtige Moment und hat bei mir einen wichtigen Handlungsimpuls gesetzt. Ich hatte schon länger im Sinn zu Helfen, habe es aber immer nur als netten Gedanken und mit den Ausreden „Keine Zeit“, „Kein Geld“, „Nicht der richtige Moment“ abgetan. Aber jetzt bin ich es endlich angegangen und habe mir gleich am Montag eine Organisation mit super lieben Menschen rausgesucht. Direkt am Mittwoch durfte ich das erste Mal helfen und hatte natürlich auch Kuchen dabei. Zugegeben war ich nicht sicher, wie Kuchen aus Vollkornmehl und ohne raffinierten Zucker bei den Gästen ankommen würde. Aber die Angst war absolut unbegründet und es hat allen ganz prima geschmeckt. Nach dieser mehr als positiven Erfahrung werde ich jetzt einmal im Monat mit Kuchen unterstützen, beim Austeilen helfen und mit den Gästen schnacken. Ich freue mich, dass ich endlich eine sinnvolle Möglichkeit gefunden habe, mit meinen Backwaren anderen Menschen eine echte Freude zu machen.

Wenn du also auch schon länger darüber nachdenkst, zu helfen: Mach es einfach! Der perfekte Moment wird nicht kommen und jede Hilfe wird gerne angenommen.

Mit diesem Gedanken lasse ich dich jetzt bis zum nächsten Mal 🙂

Bon Appetit!

2 Kommentare zu „Kürbis-Apfel-Streuselkuchen

    1. Hallo liebe Cordula,
      Ich freue mich sehr, dass dir das Rezept gefällt. Ich liebe die Kombination aus Äpfeln und Kürbis und probiere sie auch in anderen Rezepten aus.

      Ich wünsche dir noch einen schönen Abend
      Liebe Grüße

      Gefällt 1 Person

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