Über

Essen ist ein so wundervolles, spielerisches Instrument um Kulturen zu erleben und im Hier und Jetzt anzukommen, sich seinen Sinnen voll und ganz hinzugeben.

Schade nur, dass dieses Instrument in unserer schnelllebigen Zeit so sehr in den Hintergrund gerät. Wer nimmt sich heute noch die Zeit und bereitet sich eine frische Mahlzeit zu? Wie oft höre ich den Satz „ach, für mich alleine kochen lohnt sich doch gar nicht“.

Das macht mich sehr traurig. Sollten wir es uns nicht alle wert sein, frisch und gesund zu essen? Haben wir es nicht auch selbst verdient, unseren Körper zu lieben und zu nähren? Sicherlich können wir anderen unsere Wertschätzung zeigen in dem wir liebevoll ein Abendessen kochen oder einen Kuchen backen. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass wir bei uns selbst anfangen sollten. So erbringe ich mir selbst den größten Liebesbeweis, wenn ich mir eine frische Mahlzeit schenke, die mir gut bekommt und die mich seelisch zufrieden stellt. Ich bin es mir wert, gut und gesund zu essen.

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Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir diese Art zu Essen so viel Energie und Kraft gibt. Ich bin außerdem der festen Überzeugung, dass eine gesunde, vielseitige und intuitive Ernährung vielen (Volks-) Krankheiten vorbeugen kann. Wir haben nur diesen einen Körper und auf den sollten wir gut aufpassen. Unser Körper ist ein Wunderwerk, der sich fabelhaft selbst regulieren kann, wenn wir nur genau hinhören.

Stattdessen saugen wir externe Regeln regelrecht auf: Wie sollte man sich ernähren? Wann sollte man was essen und was darf man um Himmels Willen nie wieder anrühren. Die Diätindustrie verdient Milliarden an uns, die immer unzufriedener mit ihrem Körper werden und von einer misslungenen Diät in die nächste fallen – mit jeweils mehr auf den Hüften als vorher und weniger auf dem Selbstbewusstseinskonto – versteht sich. Mit all diesen Regeln haben wir es vollkommen verlernt, auf unseren Körper zu hören und verlassen uns lieber auf Kalorientabellen, als auf unser Gefühl, um festzustellen ob wir genug hatten.

Ich habe das intuitive Essen wieder lernen dürfen und bin unendlich dankbar dafür. Einen der Stolpersteine, die mir auf meinem Weg zu meinem intuitiven Ich begegnet sind, möchte ich mit diesem Blog in eine Chance umwandeln: Das Planen einer intuitiven Woche auf der einen und das Kochen einer Mahlzeit für viele unterschiedliche intuitive Esser auf der anderen Seite.

Das erste Problem vor dem ich stand: Wie soll ich denn unter der Woche intuitiv essen, wenn ich 10 Stunden am Tag arbeite?
Ich könnte in der Kantine essen aber, wenn ich ganz ehrlich bin, bekommt mir das Essen dort nicht besonders gut. Versteht mich nicht falsch, wir haben eine ausgezeichnete Kantine mit einer tollen Auswahl. Aber in den meisten Fällen bin ich nach dem Essen müde oder ich hatte den restlichen Nachmittag noch davon. Oder aber ich habe den Salat genommen, mal wieder…
Nun gut, ich könnte mir ja jeden Morgen eine frische Mahlzeit zubereiten, die ich mir mittags mitnehmen könnte. Wie erwähnt – ich arbeite im Schnitt 10 Stunden am Tag und da ist das tägliche Kochen, ob morgens oder abends, leider nicht unter meinen Top Prioritäten. Also habe ich ein für mich modulares System entwickelt, mit dem ich am Sonntag meine Woche plane. So mache ich das Vorkochen zum Event – es ist ein Date, das ich jeden Sonntag Mittag mit mir habe. Und ich freue mich die ganze Woche darauf. Die Liebe und Zuneigung schmecke ich an jedem einzelnen Mittag der Folgetage.

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Die zweite Challenge zeigt sich im Zusammenleben und Essen mit Anderen: Wenn jeder auf seinen Körper hört, wie soll man da mit vertretbarem Aufwand eine Mahlzeit für 4-8 Personen kochen, bei der die Bedürfnisse eines Jeden berücksichtig werden? Kommt meine Familie zusammen, wird es spannend:

Meine Mutter hat Hashimoto und muss bestimmte Lebensmittelgruppen meiden, so auch Gluten und Milchprodukte. Viele Gemüsesorten isst sie nicht. Meine Schwester ernährt sich vegetarisch, am liebsten aber vegan. Mein Partner mag keine bitteren Lebensmittel (u.a. Kaffee, Oliven, Chicorée, viele Kohlsorten), isst keine Meeresfrüchte und würde am liebsten den ganzen Tag lang Brot mit Butter essen. Mein Vater und der Partner meiner Schwester sind recht unkompliziert – nur satt sollte man schon werden. Ja und ich? Ich bin Pescetarier seit meinem 12. Lebensjahr, habe eine Laktoseintoleranz und versuche weitgehend auf raffinierten Zucker zu verzichten.

Wie ihr seht – eine spannende Konstellation. Und doch habe ich es im Urlaub zwei Wochen lang geschafft, meine Liebsten satt und zufrieden zu bekommen. Und ich verrate an dieser Stelle nur so viel: Es gab immer für alle dieselbe Basis.

Mit diesem Blog möchte ich zeigen, wie es möglich ist sich mit geringem zeitlichen Aufwand gesund zu ernähren.